20 Kennzahlen. 6 Faktoren. Ein Score.
Quantitativ fundiert, statistisch normiert, vollständig transparent.
Der aktienscore verdichtet 20 Finanzkennzahlen auf eine Zahl zwischen 0 und 100. Je höher der Wert, desto stärker ist das quantitative Profil einer Aktie im Vergleich zu über 9.000 analysierten Titeln weltweit. Der Gesamtscore ist der gleichgewichtete Mittelwert aller 6 Faktoren.
Jede Aktie wird entlang von 6 Faktoren bewertet. Pro Faktor fließen mehrere Kennzahlen ein — insgesamt 20. Damit ein Faktor berechnet wird, muss eine Mindestanzahl an Datenpunkten vorliegen. Die Auswahl der Faktoren und Kennzahlen basiert auf jahrzehntelanger akademischer Forschung.
Misst, wie günstig eine Aktie relativ zu ihren fundamentalen Erträgen bewertet ist. Die akademische Grundlage reicht bis zu Benjamin Graham und David Dodd (Security Analysis, 1934) zurück. Fama & French (1992) zeigten, dass günstig bewertete Aktien (hohes Book-to-Market) systematisch höhere Renditen liefern — der sogenannte Value-Faktor. Invertierte Multiples (Earnings Yield statt KGV) stellen sicher, dass niedrigere Bewertungen höhere Scores erhalten und Aktien mit negativen Gewinnen korrekt eingeordnet werden.
Erfasst sowohl realisiertes Wachstum (5-Jahres-Zeitraum für Umsatz und Gewinn) als auch prognostiziertes Wachstum auf Basis von Analysten-Konsensus-Schätzungen. Lakonishok, Shleifer & Vishny (1994) wiesen nach, dass Unternehmen mit starkem historischem Wachstum — insbesondere wenn es vom Markt unterschätzt wird — überdurchschnittliche Renditen erzielen. Die Kombination aus historischem und prognostiziertem Wachstum reduziert die Gefahr, rein rückwärtsgerichtete Trends zu extrapolieren.
Bewertet die Ertragskraft und Effizienz eines Unternehmens. Novy-Marx (2013) zeigte, dass profitable Unternehmen (gemessen an der Bruttomarge) signifikant höhere risikoadjustierte Renditen erzielen — ein Effekt, der unabhängig vom Value-Faktor wirkt. Der Profitabilitäts-Faktor wurde 2015 von Fama & French in ihr Fünf-Faktoren-Modell aufgenommen. Die Kombination aus ROA, Margen und Kapitalumschlag erfasst verschiedene Dimensionen der operativen Exzellenz.
Erfasst die Kursdynamik über verschiedene Zeiträume. Jegadeesh & Titman (1993) dokumentierten, dass Aktien mit starker Kursperformance der letzten 3–12 Monate dazu tendieren, diese Outperformance fortzusetzen — der Momentum-Effekt. Er gilt als einer der robustesten Anomalien der Finanzmarktforschung und wurde über Dekaden und Märkte hinweg bestätigt. Der SMA-50/200-Spread ergänzt die klassischen Rendite-Metriken um eine trendbezogene Komponente.
Misst die Verlässlichkeit der Geschäftsentwicklung und Kursstabilität. Dieser Faktor ist invertiert — geringere Volatilität und stabilere Erträge werden belohnt. Baker, Bradley & Wurgler (2011) zeigten, dass Aktien mit niedriger Volatilität langfristig vergleichbare oder sogar höhere risikoadjustierte Renditen erzielen als hochvolatile Titel — die sogenannte Low-Volatility-Anomalie. Die Kombination aus fundamentaler Variabilität (Umsatz, Gewinn) und Kursvolatilität erfasst Stabilität auf mehreren Ebenen.
Logarithmierte Marktkapitalisierung in USD. Im aktienscore-Modell wird Größe positiv bewertet: Größere Unternehmen erhalten höhere Scores. Die Begründung: Large- und Mega-Caps verfügen über höhere Liquidität, breitere Diversifikation, besseren Kapitalmarktzugang und geringeres Insolvenzrisiko — Eigenschaften, die für ein qualitativ robustes Gesamtprofil sprechen. Während Banz (1981) einen historischen Renditeaufschlag für kleinere Unternehmen dokumentierte, hat sich dieser Small-Cap-Premium in den letzten Jahrzehnten deutlich abgeschwächt (Alquist, Israel & Moskowitz, 2018). Die logarithmische Transformation glättet die extreme Schiefe der Größenverteilung und ermöglicht eine sinnvollere relative Einordnung.
Rohe Finanzkennzahlen sind nicht direkt vergleichbar — ein KGV von 15 und eine Bruttomarge von 40 % leben in völlig unterschiedlichen Welten. Deshalb wird jede Kennzahl in einen Z-Score transformiert.
Für jede der 20 Kennzahlen werden zwei Referenzwerte berechnet — beide als statistischer Median (nicht als gewichteter Durchschnitt):
| Z-Score | → Score | Bedeutung |
|---|---|---|
| +2.0 | 97.7 | Exzellent — Top 2 % |
| +0.5 | 69.1 | Überdurchschnittlich |
| 0.0 | 50.0 | Exakt im Median |
| −0.5 | 30.9 | Unterdurchschnittlich |
| −2.0 | 2.3 | Schwach — Untere 2 % |
Der Gesamtscore ist der gleichgewichtete Mittelwert der 6 Faktor-Scores:
Jeder Faktor trägt exakt ⅙ zum Gesamtscore bei. Diese Gleichgewichtung verhindert, dass ein einzelner Faktor das Ergebnis dominiert, und bildet ein breit diversifiziertes quantitatives Profil ab.
Abschließend wird ein Perzentil-Ranking über alle Aktien gebildet: Der Composite Score gibt direkt an, wie viel Prozent der Aktien ein schwächeres Gesamtprofil aufweisen.
Der numerische Score wird in eine qualitative Einschätzung übersetzt:
Der aktienscore ist ein quantitatives Screening-Tool, keine Anlageberatung. Er basiert ausschließlich auf historischen und prognostizierten Finanzdaten und berücksichtigt keine qualitativen Aspekte wie Management, Wettbewerbsposition oder Marktumfeld. Der Score sollte stets mit einer eigenen fundamentalen Analyse kombiniert werden.