Methodik

Sieben Faktoren. Ein Vergleich mit dem globalen Weltmarkt.
Stärken und Schwächen statt einer Gesamtnote.

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DatenKurse und Abschlüsse
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Kennzahlenrund 30 je Aktie
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Vergleichmit dem Weltmarkt
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7 Scoresje 0 bis 100

Die Analyse in Kürze

Jede Aktie erhält sieben Faktor-Scores zwischen 0 und 100. Jeder Score zeigt, wo die Aktie bei einer bestimmten Eigenschaft im Vergleich zu allen Aktien des globalen Weltmarkts steht. Aus den Scores leitet die Seite Stärken, Schwächen und den Anlagestil der Aktie ab.

Die Scores beschreiben eine Aktie: günstig oder teuer, solide oder wacklig, ruhig oder schwankungsreich. Sie sind keine Prognose und keine Empfehlung.

Was ein Score aussagt

Ein Score ist ein Rang. Er sagt, welcher Anteil der Aktien des globalen Weltmarkts bei dieser Eigenschaft schwächer abschneidet.

Beispiel: Ein Qualitäts-Score von 80 bedeutet, dass die Aktie bei der Qualität stärker abschneidet als ungefähr 80 % aller Aktien des globalen Weltmarkts. Ein Score von 50 liegt genau in der Mitte.

Überall auf der Seite sind Scores in fünf Stufen eingefärbt:

80–100 sehr hoch Die Aktie gehört zum obersten Fünftel des Marktes.
60–79 hoch Die Aktie liegt über dem Durchschnitt.
40–59 mittel Die Aktie liegt im Mittelfeld.
20–39 niedrig Die Aktie liegt unter dem Durchschnitt.
0–19 sehr niedrig Die Aktie gehört zum untersten Fünftel des Marktes.

Drei Dinge sind beim Lesen wichtig:

Die sieben Faktoren

Die Faktoren stammen aus der Kapitalmarktforschung: Es sind die Eigenschaften, mit denen sich Aktien seit Jahrzehnten am zuverlässigsten beschreiben und unterscheiden lassen. Zu jedem Faktor steht hier, welche Frage er beantwortet, wie ein hoher und ein niedriger Score zu lesen sind und welche Kennzahlen dahinterstehen.

Value
Wie viel Unternehmen bekomme ich für mein Geld?

Wie günstig die Aktie gemessen an Buchwert, Gewinn und Cashflow ist.

hochDie Aktie ist im Verhältnis zu dem, was das Unternehmen besitzt und verdient, günstig bewertet.
niedrigAnleger zahlen einen hohen Aufschlag auf Substanz und Gewinn – oft, weil sie viel Wachstum erwarten.

Hohe Scores finden sich häufig bei Banken, Versicherern, Autoherstellern und Rohstoffwerten, niedrige bei schnell wachsenden Technologie- und Markenunternehmen.

Worauf achten: Günstig heißt nicht unterbewertet. Manche Aktien sind aus gutem Grund billig, etwa weil das Geschäft schrumpft. Der Blick auf Qualität und Wachstum gehört dazu.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (5)
Bewertung am Buchwert
Buchwert / Kurs
Eigenkapital des Unternehmens im Verhältnis zum Börsenwert – der Kehrwert des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KBV). Je höher, desto mehr Substanz steht hinter jedem Euro Börsenwert und desto günstiger ist die Aktie bewertet.
Bewertung an Gewinn und Cashflow
Gewinnrendite
Jahresgewinn im Verhältnis zum Börsenwert – der Kehrwert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV). Je höher, desto mehr Gewinn bekommt man für sein Geld.
Cashflow-Rendite
Geld, das im laufenden Geschäft in einem Jahr hereinkommt, im Verhältnis zum Börsenwert. Je höher, desto günstiger die Aktie.
Operativer Gewinn / Unternehmenswert
Gewinn aus dem laufenden Geschäft im Verhältnis zum Unternehmenswert, also Börsenwert plus Schulden minus Kasse. Anders als die Gewinnrendite berücksichtigt die Zahl auch die Schulden.
Langfristige Kursumkehr
Langfristige Kursumkehr
Zeigt, ob die Aktie über mehrere Jahre hinter dem Markt zurückgeblieben ist. Ein hoher Wert heißt: lange schwach gelaufen. Solche Aktien holen im Durchschnitt eher auf.
Qualität
Wie solide wirtschaftet das Unternehmen?

Wie profitabel, solide finanziert und stabil das Unternehmen wirtschaftet.

hochDas Unternehmen ist profitabel, zurückhaltend verschuldet und liefert verlässliche Ergebnisse.
niedrigDie Erträge sind schwach oder schwanken stark, die Verschuldung ist hoch, oder die Gewinne sind wenig durch tatsächliche Geldzuflüsse gedeckt.

Hohe Scores haben oft etablierte Unternehmen mit starker Marktstellung und hohen Margen, niedrige Scores junge, verlustreiche oder hoch verschuldete Unternehmen.

Worauf achten: Qualität hat ihren Preis: Solide Unternehmen sind oft teuer bewertet. Ein hoher Qualitäts-Score sagt nichts darüber, ob der Kurs angemessen ist.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (15)
Verschuldung
Markt-Verschuldung
Börsenwert plus langfristige Schulden, geteilt durch den Börsenwert. 1,0 heißt: keine langfristigen Schulden. 1,5 heißt: Die Schulden sind halb so groß wie der Börsenwert. Je höher die Zahl, desto stärker ist das Unternehmen verschuldet. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Buch-Verschuldung
Eigenkapital plus langfristige Schulden, geteilt durch das Eigenkapital. 1,0 heißt: keine langfristigen Schulden. 2,0 heißt: Die Schulden sind so groß wie das Eigenkapital. Je höher die Zahl, desto stärker ist das Unternehmen verschuldet. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Schulden / Bilanzsumme
Anteil der Finanzschulden am gesamten Vermögen des Unternehmens. Je niedriger, desto solider ist es finanziert. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Ergebnis-Schwankung
Umsatz-Schwankung
Wie stark der Umsatz in den letzten fünf Geschäftsjahren geschwankt hat. Ein niedriger Wert steht für ein gut planbares Geschäft. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Gewinn-Schwankung
Wie stark der Gewinn in den letzten fünf Geschäftsjahren geschwankt hat. Ein niedriger Wert steht für verlässliche Ergebnisse. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Cashflow-Schwankung
Wie stark der Geldzufluss aus dem laufenden Geschäft in den letzten fünf Geschäftsjahren geschwankt hat. Ein niedriger Wert steht für verlässliche Einnahmen. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Ergebnis-Qualität
Gewinnqualität (Bilanz)
Vergleicht den ausgewiesenen Gewinn mit den Veränderungen in der Bilanz. Ein hoher Wert heißt: Der Gewinn beruht wenig auf reinen Buchungsposten und ist damit verlässlicher.
Gewinnqualität (Cashflow nach Investitionen)
Vergleicht den ausgewiesenen Gewinn mit dem Geld, das nach Abzug der Investitionen tatsächlich übrig bleibt. Ein hoher Wert heißt: Der Gewinn ist auch nach Investitionen durch Geldzuflüsse gedeckt. Ein niedriger Wert entsteht auch dann, wenn ein Unternehmen gerade viel investiert – selbst wenn das laufende Geschäft mehr Geld einbringt als der Gewinn ausweist.
Profitabilität
Kapitalumschlag
Umsatz im Verhältnis zum Vermögen. Zeigt, wie viel Umsatz das Unternehmen aus seinem eingesetzten Kapital herausholt.
Bruttogewinn / Vermögen
Bruttogewinn (Umsatz minus Herstellungskosten) im Verhältnis zum Vermögen. Zeigt, wie ertragreich das eingesetzte Kapital arbeitet.
Bruttomarge
Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der Herstellungskosten übrig bleibt. Eine hohe Marge spricht für Preismacht und ein starkes Geschäftsmodell.
Gesamtkapitalrendite
Jahresgewinn im Verhältnis zum gesamten Vermögen des Unternehmens. Zeigt, wie rentabel das eingesetzte Kapital ist.
Investitions-Qualität
Bilanzwachstum
Wie schnell das Vermögen des Unternehmens in den letzten fünf Jahren gewachsen ist. Im Durchschnitt vieler Unternehmen folgten auf sehr schnelles Bilanzwachstum schwächere Renditen. Ob das im Einzelfall zutrifft, zeigt die Kennzahl nicht. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Aktienzahl-Wachstum
Veränderung der Zahl der Aktien in den letzten fünf Jahren. Steigt sie, wird der Anteil bestehender Aktionäre kleiner; sinkt sie durch Rückkäufe, wird er größer. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Capex-Wachstum
Wie stark die Investitionen in den letzten fünf Jahren gewachsen sind. Im Durchschnitt vieler Unternehmen folgten auf stark steigende Investitionen schwächere Renditen. Ob sich die Investitionen im Einzelfall auszahlen, zeigt die Kennzahl nicht. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Momentum
Wie ist die Aktie zuletzt gelaufen?

Wie sich der Kurs in den letzten ein bis zwei Jahren im Vergleich zum Markt entwickelt hat.

hochDer Kurs hat sich über die zurückliegenden Monate deutlich besser entwickelt als der Markt.
niedrigDie Aktie ist hinter dem Markt zurückgeblieben oder gefallen.

Dieser Faktor wechselt am schnellsten. Dieselbe Aktie kann innerhalb eines Jahres vom oberen ans untere Ende wandern.

Worauf achten: Momentum beschreibt den Kursverlauf, nicht das Unternehmen. Ein starker Lauf kann anhalten oder abrupt enden; der Score sagt nicht, was davon eintritt.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (1)
Relative Stärke
Kursentwicklung der letzten ein bis zwei Jahre im Vergleich zum Markt. Ein hoher Wert heißt: Die Aktie lief besser als der Markt.
Dividende
Wie viel schüttet die Aktie im Verhältnis zum Kurs aus?

Wie hoch die Dividende im Verhältnis zum Kurs ist.

hochDie Dividende der letzten zwölf Monate ist gemessen am Kurs hoch.
niedrigDas Unternehmen schüttet wenig oder nichts aus und behält die Gewinne ein.

Hohe Scores haben oft Versorger, Telekommunikations-, Energie- und Finanzwerte. Wachstumsunternehmen zahlen häufig keine Dividende.

Worauf achten: Eine hohe Rendite kann auch entstehen, weil der Kurs stark gefallen ist. Ob die Dividende gehalten wird, zeigt der Score nicht.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (1)
Dividendenrendite
Dividenden der letzten zwölf Monate im Verhältnis zum Kurs.
Low Volatility
Wie ruhig verläuft der Kurs?

Wie ruhig der Kurs verläuft – ein hoher Score heißt geringe Schwankung.

hochDie Aktie schwankt wenig und macht die Ausschläge des Gesamtmarkts nur gedämpft mit.
niedrigDer Kurs schwankt stark und reagiert heftig auf Marktbewegungen und Nachrichten.

Hohe Scores haben oft Basiskonsum-, Gesundheits- und Versorgerwerte, niedrige kleine Wachstumswerte und zyklische Branchen.

Worauf achten: Die Skala ist hier umgedreht, damit „höher“ wie bei den anderen Faktoren die für viele Anleger angenehmere Eigenschaft ist. Ruhig heißt nicht sicher: Auch schwankungsarme Aktien können deutlich fallen.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (4)
Geringe Marktabhängigkeit
Beta
Wie stark die Aktie die Bewegungen des Gesamtmarkts mitmacht. 1,0 heißt: wie der Markt. Über 1 schwankt sie stärker, unter 1 schwächer. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Geringe Kursschwankung
Volatilität
Wie stark der Kurs im letzten Jahr von Tag zu Tag geschwankt hat, auf ein Jahr hochgerechnet. Je niedriger, desto ruhiger verläuft die Aktie. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Kursspanne 12 Monate
Abstand zwischen dem besten und dem schlechtesten Stand der Aktie gegenüber dem Markt in den letzten zwölf Monaten. Je kleiner, desto gleichmäßiger der Verlauf. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Eigene Schwankung
Schwankung der Aktie, die sich nicht durch den Gesamtmarkt erklären lässt – also das Risiko, das am Unternehmen selbst liegt. Ein niedriger Wert ist hier besser.
Wachstum
Wie stark ist das Unternehmen gewachsen?

Wie stark Umsatz und Gewinn in den letzten fünf Geschäftsjahren gewachsen sind.

hochUmsatz und Gewinn sind über mehrere Geschäftsjahre kräftig gestiegen.
niedrigDas Geschäft stagniert oder schrumpft.

Hohe Scores finden sich bei Technologie- und Gesundheitsunternehmen und in jungen Branchen, niedrige in reifen, gesättigten Märkten.

Worauf achten: Der Faktor beschreibt die Vergangenheit und ist keine Prognose. Starkes Wachstum ist im Kurs oft schon bezahlt – der Value-Score zeigt, wie teuer.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (2)
Umsatzwachstum
Durchschnittliches Wachstum des Umsatzes pro Jahr über die letzten fünf Geschäftsjahre.
Gewinnwachstum
Durchschnittliches Wachstum des Gewinns pro Jahr über die letzten fünf Geschäftsjahre.
Größe
Wie groß ist das Unternehmen?

Wie groß das Unternehmen nach Börsenwert ist.

hochEin großes Unternehmen nach Börsenwert.
niedrigEin kleines Unternehmen.

Aus dem Score ergibt sich die Einordnung als Large, Mid oder Small Cap.

Worauf achten: Größe ist ein Merkmal, keine Stärke oder Schwäche. Sie erscheint deshalb nicht unter Stärken und Schwächen und zählt nicht als Stil.

Kennzahlen hinter diesem Faktor (1)
Börsenwert
Wert aller Aktien des Unternehmens an der Börse, in US-Dollar. Eine reine Größenangabe ohne Wertung.

Auf der Aktienseite und in der aufgeklappten Übersicht der Faktor-Analyse steht zu jeder dieser Kennzahlen der aktuelle Wert der Aktie und eine Einordnung von „sehr gut“ bis „sehr schwach“ im Vergleich zum Markt.

Wie die Faktoren zusammenspielen

Kaum eine Aktie ist bei allen Faktoren stark. Viele Eigenschaften schließen sich gegenseitig aus oder treten typischerweise gemeinsam auf. Wer das weiß, liest ein Profil richtig und wundert sich nicht über scheinbare Widersprüche.

Value und Wachstum

Stark wachsende Unternehmen sind selten günstig. Wer beides zugleich findet, hat eine Ausnahme vor sich – oder ein Unternehmen, dessen Wachstum der Markt nicht für dauerhaft hält.

Value und Qualität

Solide, hochprofitable Unternehmen werden meist mit einem Aufschlag gehandelt. Günstige Aktien haben häufiger Schwächen bei Profitabilität oder Verschuldung.

Dividende und Wachstum

Was ausgeschüttet wird, kann nicht investiert werden. Hohe Dividendenrenditen und hohes Wachstum treten selten gemeinsam auf.

Low Volatility und Dividende

Diese beiden gehen oft zusammen: Reife Unternehmen mit stabilen Einnahmen schwanken wenig und schütten viel aus.

Momentum und alle anderen

Momentum hängt am Kursverlauf und ändert sich schnell. Es kann zeitweise mit jedem anderen Profil zusammenfallen.

Warum es keine Gesamtnote gibt

Die Faktoren messen unterschiedliche Eigenschaften, und die schließen sich oft gegenseitig aus. Eine Aktie kann hochprofitabel und zugleich teuer sein, stark wachsen und stark schwanken, eine hohe Dividende zahlen und kaum wachsen. Eine einzige Note würde genau das verdecken, worauf es ankommt.

Welche Eigenschaften wichtig sind, hängt außerdem vom Anleger ab: Wer Dividenden sucht, gewichtet anders als jemand, der auf Wachstum setzt. Deshalb zeigt aktienscore.com das Profil und überlässt die Gewichtung dir.

Stärken, Schwächen und Stil

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Stärken und Schwächen: Liegt eine Aktie in einem Bereich klar im oberen Teil des Marktes, erscheint er als Stärke, liegt sie klar im unteren Teil, als Schwäche. Dazu stehen vertraute Kennzahlen wie KGV, KBV oder Bruttomarge, die das begründen. Alles dazwischen bleibt unerwähnt.
2
Teilbereiche: Wo ein Faktor aus mehreren Bereichen besteht, werden sie einzeln beurteilt. So kann eine Aktie bei der Qualität zugleich eine Stärke (hohe Profitabilität) und eine Schwäche (hohe Verschuldung) haben.
3
Stil: Ist ein Faktor insgesamt stark ausgeprägt, wird die Aktie diesem Stil zugeordnet, zum Beispiel „Qualität“ oder „Dividende“. Eine Aktie kann mehreren Stilen angehören. Ist kein Faktor ausgeprägt, gilt das Profil als ausgewogen.
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Größenklasse: Aus dem Größen-Score ergibt sich die Einordnung als Large, Mid oder Small Cap. Weil die Größe am Heimatmarkt gemessen wird, heißt Large Cap: groß im Verhältnis zum eigenen Land. Ein Konzern, der in Österreich zu den größten zählt, kann deshalb Large Cap sein, obwohl er weltweit zu den mittelgroßen gehört.

Der Vergleichsmaßstab: der globale Weltmarkt

Verglichen wird jede Aktie mit dem globalen Weltmarkt: mehreren tausend Aktien aus Industrie- und Schwellenländern, von den größten Konzernen bis zu kleinen Unternehmen. Ein Score sagt also immer etwas über die Stellung im weltweiten Aktienmarkt aus, nicht nur innerhalb eines Landes oder einer Branche.

Auch Aktien, die selbst nicht zum globalen Weltmarkt zählen, werden an diesem Maßstab gemessen. Sie sind auf ihrer Seite als „nicht im globalen Weltmarkt“ gekennzeichnet.

Länderunterschiede werden herausgerechnet

Aktienmärkte unterscheiden sich von Land zu Land deutlich: Manche sind insgesamt günstig bewertet, andere teuer; in manchen wird viel Dividende gezahlt, in anderen kaum. Würde man alle Aktien direkt nebeneinanderstellen, bekäme fast jede Aktie eines günstigen Landes einen hohen Value-Score – der Score würde dann das Land beschreiben und nicht das Unternehmen.

Deshalb gilt für die Faktoren aus Unternehmenszahlen – Value, Qualität, Wachstum, Dividende und Größe: Jede Aktie wird zuerst am Durchschnitt ihres Heimatmarkts gemessen. Erst danach wird sie in die weltweite Rangfolge eingeordnet. Ein Value-Score von 80 heißt also genau genommen: Die Aktie ist im Verhältnis zu ihrem Heimatmarkt günstiger bewertet, als es 80 % aller Aktien im Verhältnis zu ihrem jeweiligen Heimatmarkt sind.

Momentum und Low Volatility beruhen nur auf dem Kurs und werden direkt weltweit verglichen, ohne Bereinigung um das Land.

Nach Branchen wird nicht bereinigt. Dafür gibt es den zweiten Blick:

Der zweite Blick: die eigene Branche

Manche Kennzahlen fallen je nach Branche sehr unterschiedlich aus. Banken sind zum Beispiel anders finanziert als Softwareunternehmen, Versorger wachsen langsamer als Halbleiterhersteller. Das Faktorprofil zeigt deshalb neben dem Score der Aktie den typischen Wert ihrer Branche als Strich. So siehst du auf einen Blick, ob eine Aktie nur branchenüblich abschneidet oder sich von ihren Wettbewerbern abhebt.

Auf der Aktienseite lässt sich der Vergleich umstellen: auf einen Sektor, eine Region oder ein einzelnes Vergleichsunternehmen.

Wie die Zahlen entstehen

Die Berechnung selbst veröffentlichen wir nicht. Die Grundsätze dahinter schon:

Grundlage sind Kurs- und Unternehmensdaten professioneller Datenanbieter. Die Scores werden regelmäßig neu berechnet; der aktuelle Stand ist der 02.10.2026. Der Stand steht außerdem auf jeder Aktienseite.

Was wir nicht veröffentlichen: Die genauen Rechenschritte, Formeln und Gewichte hinter den Scores sind nicht öffentlich. Diese Seite beschreibt, was die Scores bedeuten und wie sie zu lesen sind.

Verlauf und Chart

Der Chart auf der Aktienseite zeigt den Kurs und auf Wunsch den Verlauf jedes Faktor-Scores als Wochenwerte seit 2015. So ist zu sehen, ob eine Aktie über die Jahre günstiger oder teurer geworden ist, ob ihre Qualität gestiegen ist oder ob ein starkes Momentum gerade erst begonnen hat.

Zusätzlich lassen sich die Kursbereiche einblenden, in denen im gewählten Zeitraum am meisten gehandelt wurde. Sie zeigen, auf welchem Kursniveau viele Anleger eingestiegen sind.

So nutzt du die Scores

Aktien finden

In der Faktor-Analyse filterst du alle Aktien nach Stil, Sektor, Region und Größe und legst je Faktor einen Score-Bereich fest, zum Beispiel hohe Qualität bei mindestens mittlerer Bewertung.

Eine Aktie einordnen

Ein Klick auf eine Zeile zeigt Stärken und Schwächen, das Faktorprofil mit dem Branchenvergleich, die Kennzahlen, den Kursverlauf und die wichtigsten Eckdaten.

Aktien vergleichen

Im Faktorprofil der Aktienseite lässt sich ein zweites Unternehmen einblenden. So siehst du, worin sich zwei Aktien wirklich unterscheiden.

Veränderungen verfolgen

Auf der Watchlist stehen die Scores deiner Aktien nebeneinander. Die wöchentliche Mail zeigt, was sich seit der Vorwoche verändert hat.

Häufige Fragen

Ist ein hoher Score eine Kaufempfehlung?

Nein. Ein Score beschreibt, wo eine Aktie bei einer Eigenschaft im Vergleich zum Markt steht. Er sagt nicht, wie sich der Kurs entwickeln wird, und ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf.

Warum gibt es keine Gesamtnote?

Weil die Faktoren Unterschiedliches messen und sich oft gegenseitig ausschließen. Eine einzige Zahl müsste festlegen, was wichtiger ist – das hängt aber von deinem Anlagestil ab. Deshalb zeigen wir das Profil und überlassen die Gewichtung dir.

Warum hat ein bekanntes, erfolgreiches Unternehmen einen niedrigen Value-Score?

Value misst nur, wie günstig die Aktie im Verhältnis zu Substanz und Gewinn ist. Erfolgreiche Unternehmen sind oft teuer bewertet und haben deshalb einen niedrigen Value-Score, zugleich aber einen hohen Qualitäts- oder Wachstums-Score.

Warum ändert sich ein Score, obwohl im Unternehmen nichts passiert ist?

Scores sind Ränge im Vergleich zu allen anderen Aktien. Sie verschieben sich, wenn sich der Kurs der Aktie ändert, wenn neue Abschlüsse vorliegen – oder wenn sich die übrigen Aktien des Marktes verändern.

Kann ich Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern vergleichen?

Ja. Alle Scores beziehen sich auf denselben Maßstab, den globalen Weltmarkt. Bei den Faktoren aus Unternehmenszahlen wird dabei das Niveau des Heimatmarkts herausgerechnet, damit ein insgesamt günstiges oder teures Land das Bild nicht verzerrt. Weil manche Kennzahlen je nach Branche sehr unterschiedlich ausfallen, zeigt das Faktorprofil zusätzlich den typischen Wert der eigenen Branche.

Was bedeutet „geschätzt“ bei einem Score?

Für diesen Faktor fehlten zu viele Angaben, etwa weil ein Unternehmen noch nicht lange berichtet. Der Score beruht dann auf einer Schätzung und ist mit entsprechender Vorsicht zu lesen.

Warum finde ich zu manchen Aktien keine Scores?

Scores gibt es für Aktien mit ausreichender Kurs- und Bilanzhistorie. Frisch an die Börse gekommene Unternehmen und sehr kleine oder kaum gehandelte Titel fehlen deshalb.

Wie aktuell sind die Scores?

Die Scores werden regelmäßig neu berechnet. Der Stand steht auf jeder Aktienseite und in der aufgeklappten Übersicht der Faktor-Analyse.

Veröffentlicht ihr die Berechnung?

Nein. Diese Seite erklärt, was die Scores bedeuten und wie sie zu lesen sind. Die genauen Rechenschritte, Formeln und Gewichte sind nicht öffentlich.

Abdeckung und Datenlage

Welche Aktien enthalten sind

Faktor-Scores gibt es für börsennotierte Aktien weltweit, sofern genügend Kurs- und Bilanzhistorie vorliegt. Nicht enthalten sind Fonds und ETFs, Neuemissionen ohne ausreichende Historie sowie Aktien, zu denen keine verlässlichen Abschlüsse vorliegen. Fehlt eine Aktie in der Suche, liegt es in aller Regel an einem dieser Gründe.

Zwei Zahlen, zwei Bedeutungen: Die Liste der Faktor-Analyse zeigt ohne Suche nur die Aktien des globalen Weltmarkts – die größeren, gut handelbaren Aktien, an denen alle Scores gemessen werden. Faktor-Scores gibt es für rund doppelt so viele Aktien. Die übrigen, meist kleineren Werte findest du über die Suche; sie sind als „nicht im globalen Weltmarkt“ gekennzeichnet und werden am selben Maßstab gemessen.

Die Insider-Analyse hat einen engeren Umfang: Sie beruht auf den Pflichtmeldungen an die US-Börsenaufsicht (SEC Form 4) und enthält deshalb nur dort meldepflichtige Unternehmen – und davon nur Aktien mit Faktor-Scores.

Welche Zeiträume in die Kennzahlen eingehen

Was bei fehlenden Daten passiert

Ein Lesebeispiel

Ein großer Technologiekonzern verdient glänzend: Im laufenden Geschäft fließt deutlich mehr Geld herein, als der Gewinn ausweist. Trotzdem steht im Profil die Schwäche „Gewinnqualität“. Der Grund: Die Kennzahl betrachtet das Geld, das nach Abzug der Investitionen übrig bleibt. Baut das Unternehmen gerade im großen Stil Rechenzentren, bleibt davon wenig – die Kennzahl fällt niedrig aus.

Das ist ein statistisches Merkmal und kein Urteil über die Strategie: Im Durchschnitt vieler Unternehmen schnitten Aktien mit sehr hohen Investitionen später schwächer ab. Ob sich die Investitionen dieses einen Unternehmens auszahlen, kann keine Kennzahl wissen. Lies eine Schwäche deshalb als Hinweis, wo du genauer hinsehen solltest.

Bekannte Schwächen der Scores

Prüfe wichtige Zahlen vor einer Entscheidung im Geschäftsbericht des Unternehmens. Fällt dir ein offensichtlich falscher Wert auf, schreib uns an info@aktienscore.com.

Grenzen

Die Analyse ist ein Werkzeug zur Einordnung und keine Anlageberatung. Sie beruht ausschließlich auf Zahlen und berücksichtigt nichts, was sich nicht messen lässt: Management, Wettbewerbsposition, Marktumfeld. Ein hoher Score ist keine Prognose und kein Kaufsignal.

Abschlüsse erscheinen mit Verzögerung und zeigen die Vergangenheit. Zwischen zwei Berichten kann sich in einem Unternehmen viel ändern, ohne dass die Scores es schon abbilden.

Daten können lückenhaft oder fehlerhaft sein. Fehlen für einen Faktor zu viele Angaben, ist der Score als „geschätzt“ gekennzeichnet. Für Aktien ohne ausreichende Historie, etwa Neuemissionen, gibt es noch keine Faktor-Scores.