Branchenanalyse
Auto- und Lkw-Händlergruppen betreiben Neuwagenhandel, Gebrauchtwagenverkauf, Werkstatt- und Finanzierungsdienste – ein konsolidierungsfreudiges Filialgeschäft mit hochmargigem After-Sales-Geschäft und strukturellem Druck durch Direktvertrieb der Hersteller.
Die börsennotierten US-Händlergruppen Penske Automotive, AutoNation, Lithia Motors, Group 1 Automotive, Asbury Automotive und Sonic Automotive führen tausende Markenautohäuser für Marken wie Ford, GM, Toyota, Honda, BMW und Mercedes-Benz. CarMax ist der reine Gebrauchtwagen-Spezialist; Carvana versucht ein vollständig digitales Modell mit Auto-Vending-Machines. In Deutschland ist die Emil Frey Gruppe (privat) der größte Player.
Das Geschäftsmodell verbindet drei Erlössäulen: Neuwagenverkauf (margenschwach, oft nur 3–5 % Bruttomarge), Gebrauchtwagen (höhere Margen, 10–13 %) und vor allem das Aftersales-Geschäft (Service, Reparatur, Ersatzteile, Finanzierung, Versicherung – Bruttomargen 35–45 %). Dieses F&I-Geschäft (Finance & Insurance) ist der eigentliche Profittreiber und macht trotz nur ~10 % der Umsätze über 40 % des Gewinns aus.
Strukturelle Bedrohung ist der Direktvertrieb der EV-Hersteller: Tesla verkauft ohne Händlernetz, viele EV-Startups folgen diesem Modell. Wenn klassische OEMs in Richtung Direct-to-Consumer migrieren, verlieren Händlergruppen ihren strukturellen Berechtigungskern. Lithia Motors versucht mit „Driveway" eine eigene Online-Plattform aufzubauen. Risiken: EV-Disruption, Zinsumfeld (Autofinanzierung), Konjunkturzyklik bei Neuwagennachfrage.