Branchenanalyse
Kaufhausketten betreiben mehrgeschossige Einzelhandelsflächen mit breitem Sortiment – ein strukturell schrumpfendes Format, das durch E-Commerce, Fast Fashion und Off-Price-Konkurrenz unter erheblichen Druck geraten ist.
Klassische Kaufhausketten wie Macy's, Nordstrom, Kohl's, Dillard's in den USA und Marks & Spencer (M&S) in Großbritannien führen ein Sortiment aus Bekleidung, Haushaltswaren, Kosmetik und Geschenkartikeln auf großen Flächen. In Deutschland ist das Format mit Galeria Karstadt Kaufhof mehrfach insolvent geworden – ein Symptom für die strukturelle Krise.
Das Geschäftsmodell leidet seit zwei Jahrzehnten unter strukturellem Druck: Online-Handel hat klassisches Stöbern und Vergleichen ersetzt; Fast-Fashion-Marken wie Zara und H&M und Off-Price-Spezialisten wie TJX/Marshalls bieten preislich attraktivere Alternativen; Markenhersteller setzen verstärkt auf Direct-to-Consumer und entziehen den Kaufhäusern wichtige Premium-Marken. Die Kaufhausetage als Showroom verliert ihre Berechtigung.
Differenzierte Erfolgsmodelle: Nordstrom mit Premium-Service und Rack-Off-Price-Konzept hat sich besser gehalten als Macy's; Kohl's hat mit Amazon-Returns-Service und Beauty-Shop-in-Shop neue Frequenz erzeugt; Macy's reduziert systematisch Filialnetze (über 100 Schließungen 2024–2026 angekündigt). Investorenfokus liegt auf Immobilienwert (oft mehr wert als der operative Betrieb), Aktivisten-Investorendruck und der Frage, ob Restrukturierung zu nachhaltiger Profitabilität führt.