Branchenanalyse
Schaden- und Unfallversicherer übernehmen Risiken aus Kfz-Schäden, Naturkatastrophen, Haftpflicht und Sachschäden – ein Segment mit zyklischen Underwriting-Erträgen, starker Preissetzungsmacht nach Katastrophenjahren und zunehmenden Klimarisiken.
Schaden- und Unfallversicherer (Property & Casualty, P&C) wie Chubb, Allianz, AIG, Zurich Financial, W.R. Berkley oder Hanover Insurance decken Risiken ab, die nicht das Leben betreffen: Kfz-Versicherungen, Gebäude- und Inhaltsversicherungen, Haftpflicht, Berufsunfähigkeit durch Unfall und Spezialrisiken wie Cyber oder politische Risiken.
Das Underwriting-Ergebnis schwankt erheblich mit dem Katastrophengeschehen: In Jahren mit schweren Hurrikans, Überschwemmungen oder Waldbränden steigen Schäden stark. Diese Zyklik im Versicherungsmarkt führt dazu, dass nach Großschadenjahren die Prämien deutlich steigen – der sogenannte „Hard Market", in dem Versicherer Preissetzungsmacht zurückgewinnen.
Bewertungsrelevante Kenngrößen sind die Combined Ratio (Schäden + Verwaltungskosten / Prämien; unter 100 % = profitables Underwriting) sowie das Kapitalanlageergebnis. P&C-Versicherer halten erhebliche Anleiheportfolios, weshalb steigende Zinsen direkt die Investmenterträge verbessern. Klimawandel erhöht die Frequenz und Intensität von Naturkatastrophen – was langfristig die Modellierbarkeit von Versicherungsrisiken und die Versicherbarkeit bestimmter Regionen grundlegend herausfordert.