Branchenanalyse
Goldproduzenten fördern und verarbeiten das edelste aller Metalle – ein hybrides Investment zwischen Rohstoffzykliker und Inflationsschutz, dessen Aktien den Goldpreis mit Hebelwirkung abbilden.
Goldminenunternehmen wie Newmont, Barrick Gold, Agnico Eagle oder AngloGold Ashanti explorieren, erschließen und betreiben Goldminen weltweit. Das Geschäftsmodell ist simpel in der Theorie, komplex in der Praxis: Umsatz ergibt sich aus geförderter Unze multipliziert mit dem Goldpreis, Gewinn aus der Differenz zu den All-in Sustaining Costs (AISC). Liegt der Goldpreis bei 2.500 USD/oz und die AISC bei 1.200 USD/oz, verbleiben 1.300 USD Marge – eine Verdoppelung des Goldpreises würde die Marge mehr als verdoppeln.
Dieser operative Leverage-Effekt macht Goldaktien zu einem gehebelte Wette auf den Goldpreis. In steigenden Goldpreisphasen outperformen Minenaktien typischerweise den Goldpreis deutlich; in fallenden Phasen verlieren sie überproportional. Bewertungsrelevant sind daher nicht nur der aktuelle Goldpreis, sondern vor allem die Reservenbasis (wie viele Unzen sind nachgewiesen?), die AISC-Entwicklung und die Projektpipeline.
Der Goldpreis selbst reagiert primär auf Realzinsen (Gold steigt bei fallenden Realzinsen), den US-Dollar, geopolitische Unsicherheiten und Zentralbankkäufe. Da Gold keine laufenden Erträge generiert, ist es ein besonderer Vermögenswert – kein Cashflow-generierendes Asset, sondern Wertaufbewahrungsmittel und Versicherung gegen Systemrisiken.