Branchenanalyse
Diversifizierte REITs (Real Estate Investment Trusts) halten und verwalten ein breites Portfolio aus Gewerbe-, Wohn- und Spezialimmobilien – mit gesetzlich verpflichtender Ausschüttung der Gewinne als attraktiver Dividendentitel.
REITs sind börsennotierte Immobiliengesellschaften, die gesetzlich verpflichtet sind, mindestens 90 % (USA) ihrer steuerpflichtigen Gewinne als Dividende auszuschütten – im Gegenzug für Steuerbefreiung auf Unternehmensebene. Dies macht sie zu einer einzigartigen Anlageklasse: Aktie, Immobilieninvestment und Einkommensinstrument in einem. Diversifizierte REITs wie Realty Income, W. P. Carey oder STORE Capital halten hunderte bis tausende Objekte quer durch verschiedene Nutzungsarten.
Der zentrale Bewertungsmaßstab ist nicht das Kurs-Gewinn-Verhältnis, sondern die Funds from Operations (FFO): eine um Abschreibungen und Buchgewinne bereinigte Cashflow-Kennzahl, die die tatsächliche Ertragskraft besser abbildet. Das Kurs-FFO-Verhältnis und die Dividendenrendite bestimmen maßgeblich die relative Attraktivität.
REITs sind stark zinssensitiv: Als Leverage-intensive Unternehmen mit hohen Ausschüttungsquoten steigen ihre Kapitalkosten mit den Zinsen. Der Zinsanstieg 2022–2023 hat viele REIT-Bewertungen erheblich gedrückt. Gleichzeitig schützen indexierte Mietverträge vor Inflation – ein natürlicher Hedge in inflationären Phasen.